Besondere Husarenuniformen

Eine Spezielle Husarenuniform Seiner Majestät Kaiser Franz Joseph I Diese ist in Privatbesitz. Durch Gutachten konnte diese eindeutig Kaiser Franz Joseph I zugeordnet werden.   “ order_by=“sortorder“ order_direction=“ASC“ returns=“included“ maximum_entity_count=“500″]

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„Die deutschen gebrochenen Schriften. Überlegungen zur Entwicklung der deutschen gebrochenen Schriften und zum Verhältnis zwischen Schrift und Politik“

Bundesoberstufenrealgymnasium und

Bundesrealgymnasium für Berufstätige (Soldaten)

an der Theresianischen Militärakademie

M I L I T Ä R R E A L G Y M N A S I U M

A – 2700 Wiener Neustadt, Burgplatz 1

Fachbereichsarbeit aus Deutsch

„Die deutschen gebrochenen Schriften.

Überlegungen zur Entwicklung der deutschen gebrochenen Schriften und zum Verhältnis zwischen Schrift und Politik“

vorgelegt bei

Prof. Mag. Serge Claus

von

Hannes Fichtenthal

Wiener Neustadt im Februar 2014

Bundesoberstufenrealgymnasium und

Bundesrealgymnasium für Berufstätige (Soldaten)

an der Theresianischen Militärakademie

M I L I T Ä R R E A L G Y M N A S I U M

A – 2700 Wiener Neustadt, Burgplatz 1

Fachbereichsarbeit aus Deutsch

„Die deutschen gebrochenen Schriften.

Überlegungen zur Entwicklung der deutschen gebrochenen Schriften und zum Verhältnis zwischen Schrift und Politik“

vorgelegt bei

Prof. Mag. Serge Claus

von

Hannes Fichtenthal

Wiener Neustadt im Februar 2014

Vorwort

Ich wählte dieses Thema, weil mich Geschichte allgemein schon immer interessiert hat, ganz besonders die Vergangenheit Österreichs und die des deutschsprachigen Raumes. Ich hielt in meinem zweiten Jahr am Militärrealgymnasium in Wiener Neustadt im Zuge des Deutschunterrichtsein Referat über die Herkunft der Schrift im Allgemeinen. Auch mein Deutschprofessor, Mag. Serge Claus, brachte mich auf die Idee, dieses Thema zu wählen und unterstützte mich auch sehr dabei. Da ich über dies Mitglied der BundesvereinigungKameradschaft „Feldmarschall  Radetzky“ bin und daher einen Bezug zur militärischen Tradition  Österreichs habe,diese auch über die Bundesvereinigung pflege,somit auch in Verbindung mit der Schriftform Fraktur (eine alte kursive deutsche Schriftform) gekommen bin, wollte ich mehr darüber erfahren. Also entschloss ich mich, im Zuge der Reifeprüfung im Haupttermin 2014 diese folgende Fachbereichsarbeit zu verfassen.

Inhaltsverzeichnis

1       Einleitung. 1

1.1       Problemstellung in der Problemlandschaft 2

1.2       Zentrale Forschungsfrage. 2

1.3       Forschungsleitende Frage. 2

1.4       Methodische Vorgangsweise. 3

1.5       Hauptkapitel 3

2       Definitionen.. 4

2.1 Allgemeines Glossa

2.2 Der Unterschied zwischen Druck-  und Schreibschrift

3       Geschichte der Entstehung der gebrochenen deutschen Schrift 6

3.1       Die römischen Grundlagen.. 6

3.2       Die romanische Schrift 8

3.3       Die gotischen Schriften.. 10

3.4       Schrift und Buchdruck. 12

3.5       Humanistenschrift und Kanzleikursive im 16. Jahrhundert 13

3.6       Die Schrift vom 17.  bis zum frühen 20. Jahrhundert 15

4       Das Verbot der Sütterliner Lettern.. 17

4.1       Propaganda. 17

4.2       „ Schwabacher Judenlettern“ 19

4.3       Rundbrief Martin Bormanns. 21

5       Politische Wirkung und Bedeutung. 22

6       Internetverträglichkeit 24

7       Situation in Österreich heute. 26

Abbildungsverzeichnis. 29

Literaturverzeichnis. 30

1      Einleitung

Als der Mensch die Schrift erschaffen hat, war dies möglicherweise, neben dem Feuer, seine größte Erfindung überhaupt. Mittels der Schrift konnte man Informationen an weitere Generationen genau weitergeben, ohne die schlechte Eigenschaft, dass bei mündlichen Überlieferungen viele wichtige Informationen verloren gingen oder gar neue, nicht vom Verfasser gegebene Aussagen, dazukamen. Die Schrift war es, die es der Menschheit ermöglichte, Geschichte vergangener Hochkulturen, die ebenfalls eine Schrift besessen haben müssen, zu verstehen und Einblick in ihr Leben, ihre Religion und ihre Kultur zu bekommen. Sprich, die Schrift ist das Bewahren von Erinnerungen. Was bei den alten Ägyptern, Inkern oder Mayas die Hieroglyphen waren, ist heute das Alphabet: eine Möglichkeit, Wissen, und Informationen schriftlich festzuhalten, um sie der Nachwelt zu erhalten und möglichst vielen Menschen in vielen verschiedenen Bereichen der Erde diese Informationen zu geben. In nahezu jeder Hochkultur sind Sprache und Schrift untrennbar miteinander verbunden. Dies kann man besonders gut an der Schriftentwicklung eines Volkes erkennen. Als damals die Spanier sich den von den Arabern (Mauren) besetzten Teil Spaniens zurückeroberten, behielten die Spanier zwar das Grundgerüst ihrer Schrift, doch wurde sie von den arabischen Zeichen geprägt und verändert. Denn es blieben Araber nach der Rückeroberung in Spanien zurück und nahmen Spanisch als ihre Muttersprache an, doch verwendeten sie arabische Zeichen weiterhin für spanische Wörter. So fand eine Veränderung des Schriftbildes statt. Diese wurde als „al´alyamiya“ bezeichnet, was so viel heißt wie „die fremde Sprache“. Im deutschen Sprachraum vor allem vollzog sich über die Jahrhunderte ein spannender Wandel des kursiven Schriftbildes, von den römischen Grundlagen ausgehend bis hin zu der aktuellsten Form der deutschen Kurrentschrift, den Sütteliner Lettern.

Diese Arbeit wird besonders auf die Geschichte und Entwicklung der deutschen Schrift eingehen.

1.1    Problemstellung in der Problemlandschaft

Mit dem Titel „Die deutschen gebrochenen Schriften. Überlegungen zur Entwicklung der deutschen gebrochenen Schriften und zum Verhältnis zwischen Schrift und Politik“ soll die Arbeit die Geschichte der deutschen Schrift nicht nur chronologisch aufarbeiten, sondern auch ihre Wirkung auf die deutschsprachige Bevölkerung beleuchten. Dabei soll auch ein Blick auf die Einwirkung der Politik auf die schriftliche Gestaltung des amtlichen Schriftverkehrs und der amtlichen Schreibschrift geworfen werden.

 

1.2    Zentrale Forschungsfrage

Wie entwickelte sich die deutsche Schrift von den ursprünglichen römischen Schriftzeichen über die gotischen Schriftformen bis zu den heutigen leider nicht mehr so verbreiteten „Judenlettern“ oder auch Kurrentschrift, die am 3. Januar 1941 von den Nationalsozialisten mit einem Rundbrief Martin Bormanns durch den Erlass Adolf Hitlers, die Antiqua als „Normal-Schrift“ einzuführen, verboten worden sind?

 

1.3    Forschungsleitende Frage

Aufgrund des bereits angeführten Themas haben sich für den Autor folgende forschungsleitende Fragen herauskristallisiert.

 

–           Ist das ausschließliche Lehren der Antiqua als Einheitsschrift im deutschen Sprachraum als Verlust zu sehen?

–           Worin liegt der genaue Unterschied zwischen deutscher Schrift, Druckschrift, Schreibschrift, gebrochenen Schriften?

–           Wie haben sich die deutsche Druckschrift und die Schreibschrift geschichtlich entwickelt?

–           Welche politischen Phänomene entstehen rund um die Schrift?

Wie ist die Situation in Österreich? Kann die Schrift zur Volksidentität beitragen? Wie wirkt sie auf die Menschen?

–           Welche Computerschriftprogramme bestehen derzeit und welche Internetverträglichkeit weisen sie auf?

–           Wie ist die deutsche Schrift zu werten? Ist die Nicht-Anwendung derselben als Verlust zu werten?

 

1.4    Methodische Vorgangsweise

Es wurde die qualitative Vorgangsweise gewählt. Die Literatursuche wurde unter anderem über den Verein „Bund für deutsche Schrift und Sprache“ durchgeführt und erbrachte zahlreiche Forschungsquellen, die im Anschluss ausgewertet wurden.

 

1.5    Hauptkapitel

Diese Arbeit befasst sich, wie bereits im Vorwort erwähnt, mit der Entwicklung der deutschen gebrochenen Schrift, hiermit insbesondere mit ihrer Entwicklung aus dem römischen Alphabet, der Abschaffung durch Martin Bormann und deren politischer Wirkung und Bedeutung. Ebenso geht es um die die Internetverträglichkeit der gebrochenen deutschen Schrift im heutigen „world wide web“ sowie um die Situation des gebrochenen Schriftbildes im heutigen Österreich.

Der erste Teil dieser einbändigen Fachbereichsarbeit fokussiert die geschichtliche Entwicklung. Hier geht der Autor bis zur Zeit des Römischen Reiches zurück, da das Alphabet des Imperiums die Grundlage dafür liefert. Über die Veränderung des deutschen Schriftbildes im Laufe diverser geschichtlicher Epochen wie dem Mittelalter oder der Renaissance geht die Analyse bis hin zu den Sütterliner Lettern. Es folgt das Verbot der Sütterliner Lettern durch die Nationalsozialisten und dessen Hintergrund. Schwerpunkt dieser Ausführungen ist die Fehlannahme sehr vieler Menschen, dass die Sütteliner Schrift als „Nazischrift“ verboten wurde, gleichwohl sie stattdessen von den Nazis als „Judenlettern“ verboten wurde.Der zweite Bereich der Arbeit wird die politische Wirkung des gebrochenen deutschen Schriftbildes erläutern. Anschließend wird die Internetverträglichkeit der gebrochenen Schrift bearbeitet. Gibt es Programme, die es ermöglichen, so am Computer zu schreiben? Wenn ja, zu welchen Schwierigkeiten würde dies führen, vor allem über den deutschen Sprachraum hinaus? Abschließend wird die heutige Situation im traditionsbewussten Österreich bearbeitet, mit einem Ausblick des Autors, ob die Nichtanwendung der gebrochenen deutschen Schrift als Verlust eines Kulturgutes zu sehen ist.

2      Definitionen

2.1Allgemeins Glossar

Minuskelschrift: Beinhaltet sowohl Groß- als auch Kleinbuchstaben, besteht aus einem Vierliniensystem, bei dem sich die Buchstaben in Mittel-, Ober- und Unterlänge gliedern lassen.

Majuskelschrift: Beinhaltet nur Großbuchstaben, besteht aus einem Zweiliniensystem.

Ligaturen: Bezeichnet die Buchstabenverbindungen: im Druckwesen Buchstabenverbindung auf einer Drucktype (z.B. ff, æ).

In der Paläografie das Zusammenziehen von Buchstaben in der Schrift, welches ein flüssigeres Schreiben und Lesen ermöglicht.

Versalien: Eine Bezeichnung für Großbuchstaben.

Duktus: Bezeichnet ein bestimmtes Charakteristikum beim Schreiben, sprich das Gesamtbild der Schriftform. Bei der Handschrift bezieht Duktus sich auf die Führung der schreibenden Hand und bezeichnet den Schreibstil.

Epigraphik:Die Wissenschaft, Inschriften auf Stein, Holz und dergleichen geschichtlichen Epochen zuzuordnen.

Deutsche Schrift: Eigentlich nur eine Weiterführung des gotischen Schriftbildes mit deren Formbild, welche, als es in der Renaissance zur Humanistenschrift kam, umbenannt wurde.

Lateinische Schrift: Deutsche Bezeichnung für die in der Renaissance entstandene Humanistenschrift, welche sich nach dem Erstellen eines genormten Alphabetes von Ludwig Sütterlin durchsetzte.

2.2 Der Unterschiedzwischen Druck- und Schreibschrift

 Der größte Unterschied zwischen Druck- und Schreibschrift ist, geschichtlich gesehen, der, dass die Druckschrift, wie der Name schon sagt, zum Druck von Büchern und dergleichen verwendet wird. Deshalb ist diese einfacher gehalten als die Schreibschrift, welche sich im Laufe der Zeit immer stark durch individuelle Einflüsse verändert hat. Da die Schreibschrift mittels schwungvoll gestalteter Buchstaben und möglichst prachtvoll aussehenderSchwüngeedel und repräsentativ– beispielsweise für den Zeitgeist einer Epoche oder auch nur für ein Herrscherhaus –, aussehen soll, ist diese auch in ihrem Duktus viel komplexer. Auch dass jede schreibende Person noch einmal ihren persönlichen Schriftstil mit einfließen lässt, macht die Schreibschrift einzigartig. Es war, aufgrund dieses komplexen Duktus, in früheren Epochen nicht möglich, zu einem profitablen Aufwand die Schreibschrift auf Druckplatten zu produzieren. Die Druckschrift hingegen unterliegt in jeder Epoche einer genauen Form, deshalb ist sie, für jeden, der lesen kann, einfach und flüssig zu lesen. Die Buchstaben der Druckschrift sind außerdem ebenfalls einfach auf Drucklettern zu produzieren,sieähneln in der Regel den „Römischen Kapitalen“ und sind damit klar und deutlich zu erkennen, wohingegen die kursive Schreibschrift stark den komplex aussehenden gotischen Schriftformen ähnelt und somit viele Personen Probleme haben, diese auch flüssig zu lesen. Vereinfacht könnte man sagen, dass die Druckschrift die Schrift für die breite Masse ist, da sie für alle, die lesen können, gut erkennbar ist. Die Schreibschrift war und ist noch immer die Schrift für gebildetere Schichten, da sie schwieriger zu lesen ist.

 

3      Geschichte der Entstehung der gebrochenen deutschen Schrift

3.1    Die römischen Grundlagen

Die ersten bedeutenden Grundlagen legte die älteste lateinische Schriftform, die römischen Kapitale. Sie war etwa im 6. und 5. Jahrhundert vor Christus in Verwendung. Aus ihr heraus entwickelte sich ein erstes 23 Buchstabenumfassendes Alphabet, welches heute noch die Grundform für das heutige Alphabet bildet:

A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T V X Y Z waren die damals genutzten Buchstaben. Allerdings ist bei dieser Schriftform zu beachten, dass sie in ihrer ursprünglichen gleichbleibenden Regelmäßigkeit(scriptura monumentalis)  nur in Inschriften auf Stein und Erz gefunden worden ist. Ein Grund dafür könnte sein,dass es damals noch nicht möglich war, auf anderen Schreibstoffen, wie Papier oder Pergament, mit so exakter geometrischer gleichbleibender Regelmäßigkeit zu schreiben. Denn die Schreibmaterialien hatten schon immer starken Einfluss auf die Form der Schrift. Die römischen Kapitale sind aber nicht nur auf Stein oder Erz gefunden worden, man fand diese Schriftform auch auf Papyrus, Wachs und Pergament. Aufgrund dessen gibt es von dieser Schriftart auch eine freiere Formgebung (scriptura actuari), denn auf Wachs oder gar geripptem Papyrus ist es fast unmöglich, die gleichbleibende Regelmäßigkeit einzuhalten. So wurden die römischen Kapitale, wenn sie per Hand geschrieben wurden, runder und unregelmäßiger. Aufgrund dessen erkannte man, wie wandelbar die 23 Grundelemente des lateinischen Alphabets waren und was dies alles für Möglichkeiten in ihrer Entwicklung bot.

Eine Möglichkeit war der Unterschied zwischen den Formen „Capitalis quadrata“ aus dem 4. Jahrhundert und der „Capitalis rustica“ aus dem 5. Jahrhundert nach Christus, „Capitalis quadrata“ betonte das epigraphische Formelement durch ihren wuchtigen und feierlichen Duktus, wohingegen die Form „Capitalis rustica“, welche etwas schwungvoller und nicht so wuchtig war, als vornehm galt. Deshalb wurde sie auch noch bis ins 6. Jahrhundert als Buchschrift verwendet. Diese römische Form überlebte also sogar das Römische Reich, welches 476 nach Christus unterging. Aber auch in der Karolingerzeit wurde die „Capitalis rustica“ noch als Zierschrift zum Beispiel fürKapitelüberschriften oder Buchtitel verwendet, und das, obwohl sich der allgemeine Schriftcharakter schon stark geändert hatte. Auch ist diese Form noch heute in unserer lateinischen Druckschrift zu finden, und zwar in den Großbuchstaben. Durch die häufige Verwendung der römischen Kapitale wurde die Schrift immer freier, was ihren Stil betrifft, bis schließlich im 1. Jahrhundert nach Christus, die „Ältere Römische Kursive“ entstanden war. Die größte Veränderung dieser Form liegt darin, dass Buchstaben, die eine Schräglinie beinhielten, breiter wurden und Buchstaben, die keine hatten, schmäler. Dies erklärt die unregelmäßigen Abstände zwischen den Zeichen. Von der ursprünglichen „scriptura monumentalis“ ist hier kaum noch etwas zu erkennen. Durch ihre flüssige Form wurde Stück für Stück aus ursprünglich einer Majuskel- eine Minuskelschrift. Ebenso wurde in dieser Zeit durch das Neigen von vorher geraden Schäften zu Rundungen die Entwicklung der Unziale und durch das Verbinden der Schriftzeichen untereinander die Entwicklung der Minuskelkursive eingeleitet.

Direkt an die „Ältere Römische Kursive“ knüpft die „ Jüngere Römische Kursive“, ca. im 4. Jahrhundert nach Christus, an. Diese hat eine besondere Bedeutung, da erstmals die Grundformen der „kleinen Alphabete“ der heutigen Druck- und Schreibschrift enthalten sind. Der größte Unterschied zur „Älteren Römische Kursive“ besteht darin, dass die „Jüngere Römische Kursive“ nun völlig den Majuskelcharakter der römischen Kapitale verliert und die Größe durch drei Buchstabengruppen bestimmt wird. a, m, n, o, t und u sind in dem Fall die Mittelbuchstaben, b, d, h, und l bestimmen die Oberlänge und g, p und q bestimmen die Unterlänge eines Wortes. Die restlichen Buchstaben wurdenin dieser Zeit sehr uneinheitlich geschrieben. Im 4. Jahrhundert nach Christus kam es durch die Unzialen wieder zu einer stilistischen Rückkehr zu den römischen Kapitalen. Es gab nur kleine Unterschiede wie doch deutlich erkennbare Rundungen bei den Buchstaben P, S, T und U. Weil sie der römischen Kapitale so ähnlich war, wurde auch die Unziale noch lange als Zierschrift verwendet. Neben den Unzialen entstand auch zu dieser Zeit eine für den täglichen Gebrauch sinnvollere Schreibweise, die Halbunziale oder auch als vorkarolingische Minuskel bekannt. Sie verkörpert nun endgültig der Sprung von der Majuskelschrift zur Minuskelschrift. Die Halbunziale ist aber keine Untergruppe der Unziale; während die Unziale nur rundere Elemente der römischen Kapitale beinhalten, fließen in den Halbunzialen Elemente der römischen Kapitale und der jüngeren römischen Kursive zu einer völlig neuen Schrift ein.

Ein Zeichen dafür, wie, für damalige Verhältnisse, ausgereift und praktisch diese römische Schriftform war, ist, dass sie trotz des Unterganges des Römischen Reiches weiterhin ohne Veränderung in ihrer Schreibweise von den, durch die Völkerwanderung nach Europa gekommenen, neuen Völkern übernommen wurde, sprich von unseren Vorfahren. Dies zeigt deutlich, dass unser Alphabet deutlich auf dem des Römischen Reiches beruht. Runen, wie sie von den germanischen Völkern verwendet wurden, konnten sich gegen das schon sehr ausgereifte römische Alphabet nicht durchsetzen. Ein Grund dafür könnte sein, dass jeder germanische Stamm seine eigenen Formen der Runen verwendete, doch im römischen Imperium nur ein allgemeines römisches Alphabet bekannt war. Auch spielte die katholische Kirche hierbei eine große Rolle, sie übernahm das römische Alphabet, und als die zugewanderten Völker, wie die Goten oder die Langobarden, missioniert wurden, nahmen sie auch gleichzeitig das römische Alphabet an. So gelang es der Kirche zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert nach Christus trotz ständig wechselnder politischer Mächte, die Schrift der Römer weiterhin zu behalten, bis sie schließlich als abendländische Schrift galt.

 

3.2    Die romanische Schrift

Die im 9.-12. Jahrhundert aus den Halbunzialen aufgrund des Versuchs Karl des Großen, eine einheitliche Schrift für sein Reich zu entwickeln, entstandene „karolingischen Minuskel“, sind der Ursprung der deutschen kursiven Großbuchstaben, da diese richtungsweisend für die künftige Entwicklung des deutschen Schriftbildes sein werden. Die „karolingischen Minuskeln“ entwickelten sich im Laufe der Zeit zwar ständig, aber nur sehr langsam weiter. Dies lag vor allem daran, dass die komplette Epoche von diesem romanischen Stil gekennzeichnet war und es somit auch nur schwer anderen Stilen, die es nur vereinzelt und in weiter entfernten Regionen gab,– wie die des Oströmischen Reiches, von dem später die Idee der  Renaissance nach Italien gelangen sollte und somit das Mittelalter in Europa endgültig beendete, – ermöglichte, Einfluss auf die Schriftform zu nehmen. Ebenso war aufgrund der klaren und konsequent durchgeführten Minuskeln mit gut erkennbarer Ober- und Unterlänge und deutlichem Wortabstand diese Schrift leicht und schnell zu lesen.  Auch gibt es keine Namen für die nur leichten Veränderungen des Schriftbildes in dieser Epoche. Es wird stets nur „karolingische Minuskel“ mit dem dazugehörigen Jahrhundert angegeben. Daher ist nur möglich, aufgrund der Rundform eines Schriftstückes zu deuten, ob es eher am Anfang oder am Ende dieser Epoche verfasst wurde; hierbei gilt, je älter desto runder. Voraussetzung dafür ist, dass die Jahreszahl nicht schon angegeben ist.

Eine gute Methode, um zu erkennen, aus welchem Jahrhundert ein Dokument aus dieser Epoche stammen könnte, ist auch, die Schrift mit einem anderen, das zeitlich klar bestimmt worden ist, zu vergleichen, wie zum Beispiel die Briefe zum Aufruf der Kreuzzüge. Auch gibt es bestimmte Merkmale vereinzelter Buchstaben, die darauf hindeuten, in welches Jahrhundert ein Text einzuordnen ist. Im 10. Jahrhundert schrieb man m, n, i, p und q mit kleinen Abschlussstrichen. Das e wurde damals auch geschwänzt geschrieben. Im 11. Jahrhundert entstand die Urform des Lautes w, damals noch als Doppel u, Doppel v. Ein weiteres Merkmal für die „karolingische Minuskel“ im 11. Jahrhundert ist das r, welches damals mit einer angedeuteten Doppelgabelung und Unterlänge geschrieben worden ist. Für das 12. Jahrhundert war es charakteristisch, das k oben mit einem Rundgang zu schreiben, welcher in sich selbst geschlossen war. Am Ende des 12., zu Beginn des 13. Jahrhunderts setzte sich die Einstellung durch, dass Schrift den einzelnen Menschen zum Ausdruck bringen sollte,durch diese Veränderung der Denkweise wurde die Schriftindividueller geschrieben und ähnelte daher in einigen Zügen den germanischen Runen. Hier vollzieht sich auch der Übergang von der romanischen zur gotischen Schrift.

3.3    Die gotischen Schriften

Sie entstanden ebenso wie die „Karolinger Minuskel“ im Gebiet des heutigen Frankreichs. Die gotischen Schriften unterscheiden sich vor allem durch ihre Aufrichtung der Schäfte bei den Buchstaben von den „karolingischen Minuskeln“. Die Buchstaben sind nicht mehr so breit,werden aber nun ziemlich hoch gestreckt geschrieben, auch wird nur mehr kaum Abstand zwischen den Buchstaben und den einzelnen Wörtern gelassen, dadurch wirken diese auch schmal und dicht gedrängt. Noch verstärkt wird dieses Bild des dicht aneinander Gedrängten durch die Bogenverbindung zweier Buchstaben, die eigentlich mit einem Bogen auseinanderstoßen wie v, r oder u. Durch diese Eigenschaften wirkt diese Form des Schriftbildes losgelöst und vermittelt das Gefühl des Emporstrebens. Da das 12. und 13. Jahrhundert(Gotik) von einem geistigen, theologischen, politischen, wirtschaftlichen und technischen Aufbruch geprägt war, erkennt man gut, dass sich die Schrift an die zeitlichen Umstände mit angepasst hat. Die neue Schriftform bringt eben diese Umstände der Gotik zum Ausdruck. Aufgrund dessen wird später dieses Schriftbild auch nach der damaligen Epoche benannt: die gotische Schriftform; wieder ein Beweis dafür, wie Kultur und Schrift miteinander verknüpft sind. Eben diese gotischen Schriftformen wirken, vor allem im deutschsprachigen Schriftbild, sogar noch heute auf die Kurrentschrift mit ein. Anhand der folgenden Grafik kann man die Ähnlichkeit zwischen dem gotischen Schriftbildund den heute noch als deutsche Kurrentschrift geltenden Sütteliner Lettern erkennen: 

 

Abbildung 1: Gotisches Schriftbild

Abbildung 2: Sütteliner Lettern

Eine weitere wichtige Form der gotischen Schrift ist die gotische Textura, die gegen Ende des 13. Jahrhunderts und Anfang des 14. Jahrhunderts aufkommt,da später Johannes Gutenberg diese Textura als Vorbild für seine Druckformen nimmt und sie in der Mitte des 14. Jahrhunderts ihren Höhepunkt als abendländische Schrift erreicht. Die Textura unterscheidet sich großteils nur darin von den anderen gotischen Schriften, dass überhaupt keine Elemente der römischen Kapitale oder der Unzialen mehr ausschlaggebend  für die Formgebung der Majuskeln sind. Es entsteht eine Majuskelform, die zu der schon vorher auch in der Gotik entwickelten Minuskelform passt. Aufgrund des Einhaltens eines Formprinzips entsteht nun der Eindruck eines in sich selbst geschlossenen Schriftbildes, wie es auch schon bei den „karolingischen Minuskeln“ der Fall war. In der folgenden Grafik wird deutlich, wie ähnlich sich diese beiden Formen sind, weil sie eben zwar unterschiedlichen, aber einem für die jeweilige Zeit einheitlichen Formprinzip nachgehen:

 

Abbildung 3:die gotische Textura

Abbildung 4:die „karolingischen Minuskeln“

 

Zum Vergleich mit einem uneinheitlichen Formprinzipist auf der nächsten Seite die gotische Schriftform Bastarda abgebildet:

Abbildung 5:die gotische Schriftform Bastarda

 

3.4    Schrift und Buchdruck

Die Erfindung der beweglichen Druckletternvon Johannes Gutenberg im Jahre 1450 reformierten den Buchdruck und nahm, durch die Tatsache, dass von nun an Bücher nicht mehr mühsam von Hand geschrieben werden mussten, sondern praktisch mit einem Mal aufs Papier gebracht werden konnten, auch starken Einfluss auf die Weiterentwicklung der Schrift. Bisher war es immer das Ziel, eine Schriftform zu finden, die flüssig und schnell zu schreiben, gut lesbar und dem Zeitgeist entsprechend war. Nun war es eben aufgrund der Revolution im Buchdruck möglich, den Faktor des flüssigen und schnellen Schreibens außer Acht zu lassen. Es war zwar möglich, schon  vor Gutenbergs Erfindung per erster Druckplatten, welche mühseligst und extrem schwierig herzustellen waren, Buchtitel und dergleichen zu drucken, doch konnte man die Schwierigkeit der Herstellung der Letterformen nicht bewältigen. Eben genau diesen Herstellungsprozess entwickelte Gutenberg. Nun war es möglich, viele Bücher zu drucken, zu nur geringen Preisen. Das Buch wurde von einem Luxus, den sich nur Adelige und Reiche leisten konnten, weil Bücher durch ihre aufwändige Herstellung, alles per Hand zu schreiben, und ihre daraus folgende Seltenheit, sehr teuer waren, zu einem Massengut. Dajetzt Bücher theoretisch allen zugänglich waren, – eine Voraussetzung dafür war, dass man lesen und schreiben konnte,ein Aspekt, den man nicht außer Acht lassen darf, da nur die wenigen Leute, die sich Bildung leisten konnten,auch Bücher nutzen konnten, – kamen jetzt die Einflüsse auf das Schriftbild von überall her.Immerhin wurden seit der Erfindung des Buchdruckes auch immer mehr Schulen gegründet, was zurFolge hatte, dass immer mehr Leute lesen und schreiben lernten. Deshalb gab es in den nächsten Jahrhunderten auch die unterschiedlichsten Formen an Schriften, doch alle mit dem gleichen Ursprung:den römischen Grundlagen und den mittelalterlichen karolingischen Minuskeln sowie der romanischen und gotischen Schriftform. Trotz des Buchdruckes kam die Handschrift nicht außer Mode, der komplette Verwaltungsapparat von Statthaltern, Fürsten, Kaisern, Königen und der katholischen Kirche bliebender Handschrift treu – höchstwahrscheinlich aus rein praktischen Gründen, es wäre sinnlos gewesen, wenn bei einem Konzil, statt mitzuschreiben, alles per Lettern in die Druckpresse eingefügt worden wäre. Allein schon der zeitliche Aufwand würde nicht funktionieren –. Auch im privaten Leben blieb die Handschrift immer eine Sache, die nicht wegzudenken war, bis heute. Beim Warenaustausch musste festgehalten werden, wieviel wovon; die Preise der Waren, welche sich laufend änderten, wurden natürlich auch nicht jedes Mal per Buchdruck neu gedruckt, sondern per Handschrift festgehalten. So entstanden auch individuelle Handschriften, vor allem durch die nun einsetzenden, von der Humanistenschrift ausgehenden, Kurrentschriften.Im Zuge dessen kommt es auch zur Abspaltung der deutschen Kurrentschrift von den anderen Kurrentschriften,die aufgrund der unterschiedlichsten Einflüsse durch die verschiedensten Volksgruppen einen anderen Wandel – in Italien waren es zum Beispiel die in der Renaissance zugewanderten Byzantiner – erlebt haben.

 

3.5    Humanistenschrift und Kanzleikursive im 16. Jahrhundert

Trotz der Renaissance, die durch den Untergang des Oströmischen Reiches und der darauf folgenden Abwanderung der christlichen Bevölkerung aus den nun von den Muslimen beherrschten Gebieten, vor allem aus Konstantinopel, von Italien ausgehend zu einer Wiederbelebung der antiken Künste und Denkweisen führte, änderte sich die Schrift zu Beginn gar nicht. Selbst in der späteren Renaissance änderte sich dieses gotische Schriftbild nur geringfügig – ein interessanter Aspekt, wenn man bedenkt, dass während dieser Epoche sich so ziemlich alles, von der Denkweise bis hin zur Waffentechnik der Menschen, veränderte. Der Mensch rückte sich selbst in den Mittelpunkt des Geschehens und nicht mehr Gott. Künstler malten Bilder, um berühmt zu werden und um Reichtum zu erlangen, nicht mehr für Gott und dessen Gunst; besonders sieht man dies daran, dass Künstler nun ihre Bilder signierten, im Mittelalter war dies nicht der Fall.

Die gotische Schrift ändert sich nur dahingehend, dass sie offener wird, und die bis dahin schwunghafte Art, wie sie geschrieben wurde, wird durch einen strengeren Zug abgelöst. Dadurch entsteht eine starke Betonung der schrägrechtsgerichteten Schäfte, wie es der besonders markante Ansatzstrich des Buchstaben w in dieser Zeit zeigt.Schließlich aber wird dann doch noch, durch die aus der Renaissance entstandene geistige Bewegung des Humanismus, der Wunsch laut,eine Schriftform zu entwickeln, die auf die Grundlagen des Altertums zurückgeht. Die erste Form der Antiqua entsteht aus den Kleinbuchstaben der karolingischen Minuskeln und den römischen Kapitalen als Großbuchstaben. Diese so genannte Humanistenschrift fand spät, aber doch auch nördlich der Alpen Einzug, doch verdrängte sie die gotischen Schriftformen nicht, sondern existierte parallel zu diesen, während vor allem in Italien diese Antiqua den gotischen Schriftstil weitläufig ersetzte. Im deutschen Sprachraum wurden von nun an die Antiqua als lateinische Schriftart und die gotische als deutsche Schriftart bezeichnet. Doch ist diese Trennung historisch gesehen unbegründet, da beide dieselben Wurzeln haben, die karolingischen Minuskeln und die römischen Kapitale.

Doch ist bei der Humanistenschrift deutlich zu erkennen, dass ihre Form nicht einheitlich war, da sich die Schrift stark von der Empfindung des Autors abhängig machte, wohingegen die, jetzt als deutsche Schrift bezeichneten gotischen Schriftformen, einem klaren Formmuster folgten. Auch wird im deutschen Sprachraum die Humanistenkursive nur von Gelehrten geschrieben, also begrenzte sie sich auf einen sehr geringen Teil der Bevölkerung. dennoch entstanden aufgrund der Individualität der Humanistenschrift viele verschiedene Arten derselben. Eine davon war die Kanzleikursive. Diese folgte einer inoffiziellen Form, um innerhalb der verschiedenen Kanzleien verschiedenster Institutionen das Lesen der Briefe anderer Kanzleien zu erleichtern. Ausgegangen war diese Idee von der kaiserlichen Kanzlei Maximilians 1. Der Schwung der Buchstaben wurde vom individuellen Wilden wieder ähnlich der gotischen Fraktur gezähmt. Auch wurde sie klar und deutlich geschrieben. Den Gesamteindruck bestimmten aber die schrägrechts gestellten Schäfte und deren kräftige Ausführung, ebenso die spitz wirkende Schreibart. Diese Form unterschied sich im Wesentlichen nur noch durch die früheren Eigenarten dieser Epoche von unserer heutigen Kursivschrift. Da die Kanzleischrift auf Teilen der deutschen (gotischen) Schriftform und der neu entwickelten Humanistenschrift basiert, kann man an dieser Stelle klar und deutlich sehen, dass, im Gegensatz zu den anderen abendländischen Ländern, sich die Schrift vor allem hier stark abspaltete, da diese in Zukunft nur noch die Humanistenkursive verwendeten. Es sind Elemente der römischen Kapitale, die die Großbuchstaben stellen; der karolingischen Minuskeln, die die Kleinbuchstaben darstellen; der gotischen Schriftform, welcher die elegante geschwungene Art und die gute Les-und Schreibbarkeit zu verdanken ist;und der Humanistenschrift, die dazu beitrug, die individuellen Einflüsse, welche sich als brauchbar erwiesen haben, in die Schrift miteinzugliedern.

 

3.6    Die Schrift vom 17.  bis zum frühen 20 Jahrhundert

Die Grundlagen dafür gehen aus den Kanzleischriften hervor, welche in der Grundform gleichblieben, und sich nur noch im Stilempfinden änderten. Veränderungen finden während dieserdrei Jahrhunderte nur aufgrund der jeweiligen herrschenden Zeitkolorite statt. Die Normierung der Grundform breitet sich in dieser Zeit wegen des Aufschwungs des Schulwesens besonders stark aus.Außerdem wird eine Schriftartinfolge des einheitlichen Unterrichtens einer bestimmten Schriftform im ganzen deutschen Sprachraum zu der Schrift einer ganzen Generation und somit weiterhin in der Bevölkerung verankert. Deshalb verändert sich der Duktus der Schrift, von dieser Zeit ausgehend bis heute, auch nur noch minimal. Doch das bedeutet nicht, dass zur selben Zeit ein 25 – jähriger Student und ein 55 -jähriger Universitätsprofessor genau dieselbe Form der Schrift schrieben. Diese veränderte sich ständig und so hatte jede Generation eine eigene Art der Schrift, jedoch immer mit gleichbleibender Grundform.

Auch das Aufkommen der Schreibmeister im 17. Jahrhundert und deren Hochzeit durch den Kupferstich, der es nun ermöglichte, den feinen Federstich nachzudrucken, führte dazu, dass viele Zierschriften und kunstvolle Reinschriften nun in Büchern theoretisch überall hin verbreitet werden konnten und sich somit zumindest im deutschsprachigem Raum eine Vielzahl von diesen verschiedenen Formen verbreitete. Vom 17. Jahrhundert zum 18. Jahrhundert veränderte sich der Duktus schließlich dahingehend, dass sich das Schriftbild mehr streckte. Es vermittelt allgemein im 18. Jahrhundert den Eindruck einer empfindsamen und spielerischen Schriftform. Das 19. Jahrhundert gilt als eine Zeit des unpersönlichen Wandels des Duktus. Es kam keine, besonders auf das 19. Jahrhundert passende, Form zum Vorschein, es wurden sogar bis Mitte des Jahrhunderts die Formen des 18. Jahrhunderts genützt. So gilt die Schrift im 19. Jahrhundert als nüchtern, farblos und ohne charakteristische Züge, aber als sehr korrekt. Im 20. Jahrhundert waren im deutschsprachigen Sprachraum dann so viele Versionen der ursprünglichen Kanzleischrift vorhanden, dass im Jahr 1911 der Grafiker und Lehrer Ludwig Sütterlin vom Preußischen Hof damit beauftragt wurde, ein neues Alphabet, basierend auf den verschiedenen Arten der Kursivschrift, die bis dahin in Umlauf waren, zu erstellen, woraufhin dieses von ihm kreierte Alphabet dann als aktuelle und zu benutzende Schriftform zu gelten hatte, umso den, mittlerweile unübersichtlichen, verschiedenen Formen der Kurrentschrift entgegenzuwirken und die schriftliche Kommunikation damit wieder zu erleichtern. Ludwig Sütterlin erstellte neben dem Kursivschriftalphabet, beruhend auf den gotischen Schriftformen, auch ein Alphabet für die lateinischen Buchstaben, welches später als Normalschrift gelten sollte.

Doch die als Sütterliner Lettern geltenden Buchstaben waren die offiziellen deutschen Buchstaben, welche bis 1941 in allen Schulen, Kanzleien und auch bei der Bevölkerung in Verwendung waren. Diese Form ist auch die heute geltende deutsche Kursivschrift.

 

 

 

4      Das Verbot der Sütteliner Lettern

 4.1    Propaganda

Das Verbot der Sütterliner Lettern ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Die Nationalsozialisten nutzten diese Schriftform lange für ihren Wahlkampf und stellten sie auch lange Zeit als eine einzigartige deutsche Errungenschaft, als einen Beweis dafür dar, dass nur ihre arische Herrenrasse im Stande war, so eine elegante Schriftform zu entwickeln und somit den anderen Völkern überlegen sei. Hitlers Propaganda, geführt von Propagandaminister Joseph Göbbels, achtete vor 1941 immer darauf, dass Deutschland sich nach außen hin mit bestimmten, typischen, geschichtlichen, deutschen Formen zeigte. Neben dem Tazenkreuz – auch als eisernes deutsches Kreuz bekannt, welches seinen Ursprung eigentlich im Mittelalter bei dem Ritterorden der Deutschherren ( oder auch Deutscher Ritterorden ) hat, –oder dem Symbol des Adlers, – welches auf den Herrscher des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation Barbarossa und seinen Enkel Ferdinand 1., beide aus der Familie der Staufer, im Mittelalter um die Wende des 11. in das 12. Jahrhundert zurückgeführt wird, – und einigen anderen Symbolen zierten überall, wo Hitlers Partei, und später Reich, aufmarschierte, durch Göbbels perfekte Propaganda inszeniert, auch die Sütterliner Lettern die Symbolik und die Identität des Deutschen Reiches, während die Nazis an der Macht waren, vor 1941. Ganz besonders setzte damit Hitlers Propaganda in Szene, dass das deutsche Volk keine Arbeit habe, da die Juden, welche trotz deutscher Staatsbürgerschaft, gemäß Hitlers Philosophie, nicht zum Volke Deutschlands zählten, ihnen diese wegnehmen würden.

Ein interessanter Faktor seiner Propaganda ist es aber, dass nach der Machtergreifung Hitlers Propagandaplakate großteils schon ohne die Sütterliner Lettern erschienen und er selbst seinen Namen gerne in den altrömischen Kapitalen schrieb, womöglich aus Größenwahn,da er sich selbst als Gründer und Führer eines 1000 – jährigen Reiches betrachtete und genau wie das alte römische Imperium die Gebiete rund um das Mittelmeer besetzen wollte, um sich so seine absolute Macht in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten zu sichern. Genau aus diesem Grunde kündigte er 1936 schon an, diese Form der Kursivschrift abschaffen zu wollen, um es den Völkern, die im Laufe der Zeit an das Deutsche Reich angeschlossen werden sollten, zu ermöglichen die deutsche Sprache leichter zu lernen.

Auch war Hitler der Meinung, dass, obwohl er für das reine Deutsche war, diese Schrift nicht in diese Epoche von Stahl, Eisen und Arbeitskraft passen würde.„Eure vermeintliche gotische Verinnerlichung passt schlecht in das Zeitalter von Stahl und Eisen, Glas und Beton, von Frauenschönheit und Männerkraft, von hochgehobenem Haupt und trotzigem Sinn … Unsere Sprache wird in hundert Jahren die europäische Sprache sein. Die Länder des Ostens, des Nordens wie des Westens werden, um sich mit uns verständigen zu können, unsere Sprache lernen. Die Voraussetzung dafür: An die Stelle der gotisch genannten Schrift tritt die Schrift, welche wir bisher die lateinische nannten“[1], war der genaue Wortlaut Hitlers.

Auch baute er beispielsweise das Berliner Olympiastadium nach dem architektonischen Vorbild des alten Roms, um die Bedeutung der Beständigkeit und Macht seines Reiches deutlich zu machen. Seine Plakate wurden immer mehr in den „normalen“ lateinischen Buchstaben gedruckt. Weil die Sütterliner Lettern, historisch gesehen, durch Juden verbreitet wurden, und dies nun nicht in seine Propaganda passte, wurden diese 1941in einem Rundbrief Martin Bormanns, dem Leiter der NSDAP Reichskanzlei und auf dem Posten eines Reichsministers, als Judenlettern verboten. Der Widerspruchliegt darin, dass die Nazis sich zuerst mit dieser „reinen deutschen“ Schrift identifizierten, sie für ihre Propagandazwecke missbrauchten, und daraufhin mit dem Verbot dieser Lettern 1941 den Untergang dieses Schriftbildes einleiteten. Denn bis heute wird die deutsche Kursivschrift als ein Beispiel für die nationalsozialistische Propaganda betrachtet und somit auch nicht gerne gesehen, obwohl sogar Göbbels Propagandaministerium Ausgaben der Deutschen Kriegszeitung( nach der Eroberung Frankreichs ), in fremden Sprache druckte und diese Ausgaben nur in lateinischer Antiquaform verfasst waren, also keine Spur mehr der deutschen Kursivschrift vorhanden war. Das Wissen darüber, dass eigentlich die Nazis es waren, die dieses Schriftbild verboten haben, ist nur noch wenigen bekannt.

 

Abbildung 6: Ein Plakat aus dem Jahre 1934 für Arbeit durch die Nationalsozialisten, mit den Sütterliner Lettern.

Abbildung 7:Ein Plakat aus dem Jahr 1936 ohne Sütterliner Lettern als Schriftform.

 

5      Geschehnisse während der Jahre 1941 – 1945

5.1 „Schwabacher Judenlettern“

Wie schon vorher erwähnt, wurden im Jahr 1941 die Sütterliner Lettern, unter dem Vorwand, esseien„Judenlettern“, verboten. Diese Form der Schrift wurde 1911 von Ludwig Sütterlin, auf Wunsch des Preußischen Kulturministeriums, entwickelt. Nur, was die Nazis damals nicht wussten – oder möglicherweise nicht wissen wollten –, ist, dass auch das „normale“ lateinische Alphabet, wie es unter den Nazis in Verwendung gekommen war und bis heute noch ist, auch von Ludwig Sütterliner erstellt wurde. Dies war die Grundform für die heutige Antiquaform. Ironischerweise wird der Streit, welcher Schrifttyp im Reich verwendet werden darf, als Antiqua – Fraktur – Streit bezeichnet, eigentlich eine Auswahl zwischen zwei, von den Nazis so genannten, „Judenlettern“.Nur wusste die Bevölkerung natürlich darüber nicht Bescheid. Doch wurden die Lettern nicht aufgrund ihres Schöpfers und seiner ethnischen Herkunft, sondern aufgrund der Vorwürfe, dass sich dieses Schriftbild nur durch die von den Juden besessenen Buchdruckereien verbreitet habe, und somit als unrein gelten sollte, verboten.Historisch gesehen nicht ganz falsch, denn die Juden besaßen tatsächlich eine Großzahl an Buchdruckereien. Doch was die Nazis damals verboten haben, war die tatsächlich auf deutschem Boden entstandene Schrift, und zwar die gotische Schriftform „Schwabacher“. Auch könnte der Grund, warum die gotischen Schriftformen im Allgemeinen als Judenletter bezeichnet wurden, darin liegen, dass Adolf Müller, Direktor des NSDAPzentralverlages, welcher Pateiangehöriger der NSDAP und somit verantwortlich für den Druck des „Völkischen Beobachters“ war, herausgefunden hatte, dass die damals von eben dieser Zeitung verwendete deutsche Schriftform von dem jüdischen,in Italien lebenden Plakatkünstler Lucian Bernhard mitentwickelt wurde. Adolf Müller schloss daraus, dass alle gotischen Schriftformen jüdischen Ursprunges seien, und so setzte sich die Bezeichnung Judenlettern in den Köpfen der Parteimitglieder und des Volkes fest.Falls die Nazis wussten, dass die nun als Standardschrift verwendeten lateinischen Lettern ebenfalls von Ludwig Sütterlin entworfen worden waren, könnten sie diese Form der Schrift nicht als „Judenlettern“ gesehen haben, da sich diese nicht mit Hilfe der Juden, im Gegensatz zu den Sütterliner Lettern, verbreitet hatten, und somit nicht verunreinigt wurden.

5.2    Rundbrief Martin Bormanns

Abbildung 8: Schriftenerlass aus dem Jahr 1941

So lauteten die genauen Worte des Erlasses, welcher wahrscheinlich der Grund für den langsamen, aber sicheren Untergang der deutschen kurrentschrift ist.

Wie schon vorher angeführt, waren Hitlers Pläne für ein geeintes Europa und später eine Neuordnung der Welt der Hauptgrund dafür, dass diese Schriftform verboten wurde. Für den Plan, das lateinische Alphabet zur offiziellen Schrift zu erklären, zog Adolf Hitler die wichtigsten zwei Männer auf dem Gebiet in Nazideutschland zusammen und legte mit diesen den genauen Wortlaut des Erlasses fest.

Reichsleiter Max Amann, welcher Einfluss auf die Gleichschaltung der deutschen Medien ausübte, war Pateimitglied und Hitlers Vertrauter aus den Anfängen der Nazizeit, er saß sogar mit Hitler in Festungshaft für ca. fünf Monate, als der erste Putschversuch der Nationalsozialisten schiefging. Auch soll er Einfluss auf die Veröffentlichung von Hitlers Buch „Mein Kampf“ gehabt haben sowie auf den genauen Wortlaut Hitlersin denselben. Adolf Müller war, wie vorher schon angeführt, Direktor des NSDAPzentralverlages. Martin Bormann war Leiter der Parteikanzlei und hatte mit der Entscheidung, die gotische Schriftform zu verbieten, nur wenig zu tun. Allein seine Unterschrift war, aufgrund seiner Funktion innerhalb der Partei, vonnöten. Deshalb heißt der Erlass auch Bormann – Erlass, weil es seine Unterschrift gewesen ist, die diese Veränderung bewirkte. Doch er selbst hatte nur die Aufgabe, dies zu veröffentlichen und durchzuführen.

 

6      Politische Wirkung und Bedeutung

Die politische Bedeutung und Wirkung der Kurrentschrift ist in der heutigen Zeit in Österreich nicht besonders relevant, vor allem auf Grund dessen, dass die Sütterliner Letternin der Bevölkerung aufgrund einer große Wissenslücke als Nazischrift an den rechten Rand gerückt und somit unbeliebt geworden sind. Auch verfolgt die Politik der momentan regierenden Parteiennicht gerade eine„Kulturerhaltungslinie“, sondern eher die, dass alles den USA ähnlicher werden solle. Doch in kleinen politischen regionalen Kreisen ist die Kurrentschrift sicher auch ein Mittel des Wahlkampfes, um gerade die Gruppen an Menschen zu erreichen, die sich für die Erhaltung der Tradition in Österreich einsetzen wollen und diesesAnliegen auch öffentlich vertreten. Doch wenn eine Großpartei im österreichweiten Wahlkampf ihre Werbeplakate plötzlich mit Kurrentschrift bedrucken würde, wäre dies wahrscheinlich ein internationaler Skandal. Sofort würde diese Partei als rechtsextrem gelten und die Frage der Wiederbetätigung würde laut werden und dem Ansehen dieser Partei schaden, was ihr Wählerstimmen kosten würde. Aber könnte dieser Irrtum der vermeintlichen „Nazischrift“ mit einem Blick auf die Geschichte der Schrift, wie vorher vom Autor angeführt, behoben werden. Doch trotz der Vorwürfe aus einigen politischen Ecken, dass diese Schriftform nur von Nationalsozialisten genutzt werden würde, ist ihre traditionelle Bedeutung sehr wichtig, wie zum Beispiel anhand der Zeitung„Die Presse“ ersichtlich ist, welche sich damit rühmt, seit 1848 freien Journalismus zu betreiben und aufgrund dessen ihr Logo „Die Freie Presse, seit 1848“, auch heute noch in der ursprünglichen kursiven Schriftform führt. Hierbei kann man ganz deutlich den traditionellen Aspekt erkennen, denn die Presse ist mit Sicherheit nicht als ein rechtes Blatt zu bezeichnen. Ein Beispiel für Deutschland wäre die Zeitung „Kölner Stadt- Anzeiger“, welche auch die höchsten Tagesauflagen im Großraum Köln produziert und deren Logo einen kursiven Schriftzug enthält, – wiederum nur, weil dies Tradition hat,und nicht, weil diese Zeitung als rechte zu bezeichnen ist. Leider wirkt aber diese Schrift auf die Menschen auf Grund der Geschehnisse zwischen 1939 und 1945 als bedrohlich, und so wurden die Sütteliner Lettern immer weniger bedeutsam für die österreichische Volksidentität bis sie irgendwann ganz verschwinden. Viele junge Österreicher halten diese Schrift für altmodisch und verrufen,sie wollen deshalb nichts mit ihr zu tun haben. Doch diese jungen Österreicher sind die Zukunft Österreichs, und wenn man diese Schrift in dieser Generation nicht haben will, wird sie „aussterben“, da das Wissen, wie sie gelesen oder geschrieben wird, verloren gehen wird.

7      Internetverträglichkeit

Die Internetverträglichkeit der deutschen Kurrentschrift gestaltet sich aufgrund des „world wide web“ als schwierig. Da nur ein sehr begrenzter Teil aller Menschen, vor allem nur aus dem deutschen Sprachraum, mit Ausnahmen von Professoren, welche die deutsche Sprachgeschichte studierten und im Zuge dessen die Kurrentschrift erlernt haben und diese nun beherrschen. Man muss sich auch die Schwierigkeiten vorstellen,die dabeiauftreten würden, wenn der komplette deutsche Sprachraum im Internet nur noch Kurrent schreiben würde. Dies würde starke Kommunikationsprobleme mit sich führen, vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook, wenn plötzlich keiner außerhalb des deutschen Raumes mehr weiß was der komplette deutschsprachige Raum jetzt geschrieben hat. Natürlich scheitert dies auch schon daran, dass nur noch ein kleiner Teil der Österreicher diese Form des Schreibens beherrscht.

Das Schreiben der Kurrentschrift selbst stellt mit heutigen Programmen kaum noch Probleme dar. Es gibt  Websites, die die Verwendung der Kurrentschrift als Bewahrung der Tradition auch im Internet vorführen. Dies sind vor allem Seiten, die den Gedanken an historische Epochen bewahren wollen, wie zum Beispiel einzelner regionaler Vereine, welche auch nur für Interessierte wichtig sein sollen und nicht für die ganze Welt. Hier ein Beispiel für die Möglichkeit, in Sütterliner Schrift zu schreiben: „Sütteliner Schrift, ein Kulturgut des deutschsprachigen Raumes, welches immer mehr in Vergessenheit gerät“. „Sütteliner Schrift, ein Kulturgut des deutschsprachigen Raumes,welches immer mehr in Vergessenheit gerät“. Auch könnte sich diese Form der Schrift wahrscheinlich durch den Umstand, dass sie nicht so flüssig und einfach zu lesen istund mehr Konzentration fordert als unsere Standartschrift aufgrund des komplexeren Duktus des deutschen Schriftbildes. Da das Lesen am Computerbildschirm ohnehin schon mehr Konzentration fordert als das Lesen in einem Buch, würde die Kurrentschrift noch zusätzlich deutlich mehr Konzentration fordern, am Computerbildschirm gelesen zu werden, als unsere Standardschrift, die Antiqua, und somit die Arbeitsleistung verringern, was wiederum negative Auswirkungen auf Firmen haben könnte, da die Angestellten länger brauchen würden um einen Text zu erfassen und durch die erhöhte Konzentration, welche nun aufgebracht werden müsse, schneller müde und somit nicht mehr so Leistungsfähig, werden würden.

 

8      Situation in Österreich heute

Die Situation der Sütterliner Lettern als letzte Stufe der deutschen Kurrentschrift, welche heute eben deshalb als aktuellste deutsche Kursivschrift gilt, ist für ganz Österreich schwer einzuschätzen. Leichter wird es, wenn man nach Regionen, hierbei ganz besonders nach Ost-, „Mittel“- und Westösterreich unterscheidet. Als Ostösterreich werden hierbei Niederösterreich, Burgenland und Wien gezählt, zu „Mittelösterreich“ die Steiermark, Oberösterreich und Kärnten, zu Westösterreich Tirol(mit dem deutschsprachigen Teil Südtirols), Vorarlberg, Osttirol und Salzburg. Auch ist es möglich, das Interesse ander Kurrentschrift nach Altersgruppen einzuteilen. Wenn man vom Standpunkt der verschiedenen Regionen ausgeht, so zeigt sich von West nach Ost ein Abfallen der Wichtigkeit des Interesses an den Sütterliner Lettern. Ist im Westen, vor allem in Tirol, Südtirol, Osttirol und Vorarlberg, die Kurrentschrift als tiefe Tradition verankert, ist bei vielen das Wissen darüber im Osten, vor allem in Wien, verloren gegangen. In den „mittelösterreichischen“ Regionen folgt man im Allgemeinen der Einstellung der goldenen Mitte. Es gibt viele Regionen, wie die Dachsteinregion mit ihrer traditionsbewussten Einstellung, die es als Verlust sehen, dass dieses Kulturgut verloren geht, aber auch Regionen, wie Linz, in denen es absolut keine Rolle spielt, dass diese Art der Schrift verschwindet. Auch ein Zeichen dafür, dass es im westlichen Teil Österreichs immer wichtiger war, diese Kurrentschrift zu beherrschen, ist die Tatsache, dass zum Beispiel in Vorarlberg diese Form der Schrift noch in den 1970er Jahren unterrichtet worden ist, wohingegen in Wien diese nicht mehr gelehrt wurde, da sie Mitte der 1960er Jahre als Unterrichtsfach Schönschreiben abgeschafft worden ist. Doch war die Kurrentschrift sowohl in Vorarlberg als auch in Wien nur ein Nebengegenstand, geschrieben und gelehrt wurde von Anfang an schon die Lateinschrift, welche auch heute noch an Österreichs Schulen unterrichtet wird und als allgemeine westliche Schrift gilt, da sie jeder, der zumindest das Lesen beherrscht, am ganzen amerikanischen Kontinent, in Europa und in Teilen Afrikas lesen kann.

Wie auch schon vorher kurz erwähnt, spielt auch das Alter dabei eine Rolle, wie man die kursive Schriftform sieht. Ältere Menschen sehen sie als Erinnerung an ihre jüngeren Tage und haben somit eine ganz eigene Empfindung zu dieser, sie sehen ihr Verschwinden auch als starken Verlust eines Kulturgutes. Doch bei der jungen Generation, auch im Westen Österreichs, sind die Sütterliner Lettern bei denen, die noch wissen wie diese überhaupt aussehen, nicht besonders beliebt. Hauptsächlich spielt bei der jungen Generation der Faktor der Globalisierung eine Rolle, wobei in Europa die Globalisierung hauptsächlich eine „Amerikanisierung“ ist. Die heutige junge Gesellschaft strebt eher danach, wie die USA zu werden, und nicht danach, ihre eigene Kultur zu bewahren. Gut zu sehen ist dies daran, dass Europa hauptsächlich US – amerikanische Marken, Märkte und Restaurantketten wie McDonalds oder Coca Cola importiert und diese US – amerikanischen Sachen den heimischen Angeboten vorzieht. Mit diesen US – amerikanischen Produkten kommen auch deren Wertvorstellungen und Ideale mit – wie zum Beispiel der Konsumwahn. Während es früher noch wichtiger war, welche Personen jemanden umgeben, ist es heute wichtiger, mit was man sich umgibt. Ohne die neuesten modischen Marken und Trends ist man schnell nicht mehr beliebt. Also muss man, um in vielen Gesellschaften akzeptiert zu werden,sich immer das Neueste und Schönste kaufen, daraus folgt ein Konsumwahn. In dieser Gesellschaft ist heute nur noch wenig Platz für Traditionsbewusstsein und das Weitergeben des kulturellen Erbes

Ein weiterer schwerwiegender Grund für die schlechte Situation der Sütterliner Lettern ist, dass sie noch immer als „Nazischrift“ beschimpft werden, und das, obwohl die Nationalsozialisten diese als „undeutsch“ bezeichnet und sie deshalb abgeschafft haben. Leider werden viele Symbole, die damals von den Nazis missbraucht wurden, heute noch als verboten oder als „nicht gerne gesehen“ abgestempelt– das perfekte Beispiel dafür ist das Hakenkreuz, ursprünglich ein Symbol einer längst vergangenen Hochkultur. Forscher nehmen an, es sollte ursprünglich ein Sonnenrad einer heidnischen Gottheit darstellen, welche dadurch die Stärke und Dauer der Sonneneinstrahlung kontrollieren hätte können, heute ist es als Symbol für rechtsradikale Handlungen, Gruppierungen und Organisationen bekannt– leider trifft dies auch auf die deutsche Kurrentschrift zu. Sie ist, in den Augen zumindest der westlichenBevölkerung, als Propagandaschrift der Nazis bekannt. Auch einen großen Teil zu diesem Image als Nazischrift tragen Slogans/Logos und Tattoos rechtsradikaler Organisationen, wie zum Beispiel der „Arien Brotherhood“ in Texas, in dieser Schriftform bei. Leider fehlt dieses, Wissen, des wahren geschichtlichen Verlaufes der deutschen Kursivschriftvielen Menschen, vor allem jenen Menschen, welche im deutschsprachigen Raum leben und die es eigentlich direkt betreffen würde. Der Autor vertritt die Meinung, dassder Verlust der Kurrentschrift ein klarer Verlust eines einzigartigen Kulturgutes ist. Doch in Zukunft wird dieses noch weiter in Vergessenheit geraten. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass diese Form der Schrift bewahrt wird, sind Traditionsvereine, wie zum Beispiel die Bundesvereinigung Kameradschaft „Feldmarschall Radetzky“, welche noch bis heute ihre Urkunden in der gotischen ( also deutschen ) Schriftform Fraktur, mit einer alten dafür vorgesehenen, in Vereinsbesitz befindlichen speziellen Druckmaschine, druckt und diese auch vergibt. Es bleibt hierbei nur zu hoffen, dass nicht die folgenden Generationen uns irgendwann einmal fragen, warum wir unsere österreichische Kultur und insbesondere die durch die vorhin angeführte geschichtliche Entwicklung durchaus als Kulturgut anzusehende Kurrentschrift verkommen haben lassen, und dass wir uns deshalb nicht zu schämen beginnen, denn dann ist es zu spät. Denn die Abschaffung der deutschen Kursivschrift ist aufgrund ihrer einzigartigen Entwicklung im Laufe der Geschichteganz klar als Verlust zu sehen.

 

Abbildungsverzeichnis

 

Abbildung 1: Gotisches Schriftbild. 13

Abbildung 2: Sütteliner Lettern.. 13

Abbildung 3: die gotische Textura. 14

Abbildung 4: die „karolingischen Minuskeln“ 14

Abbildung 5: die gotische Schriftform Bastarda. 15

Abbildung 6: Ein Plakat aus dem Jahre 1934 für Arbeit durch die Nationalsozialisten, mit den Sütterliner Lettern. 22

Abbildung 7: Ein Plakat aus dem Jahr 1936 ohne Sütterliner Lettern als Schriftform. 22

Abbildung 8: Schriftenerlass aus dem Jahr 1941. 24

 

Literaturverzeichnis

 

Bücher:

 

BENNETT, Jim, Die Humanistische Kursive in Kalligrafie für Dummies, WILEY-VCH Verlag, Weinheim, 2009, S. 71 – 250

BLOHM, Hanno und BRACKE, Gerhard, Leseschule der deutschen Schrift, Bund der deutschen Schrift und Sprache, Seesen, 2011

BOESELAGER, Elke Frfr. Von, Schriftkunde, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover, 2004

BRANDNER, Walter, Dr., Die deutsche Kurrentschrift, in Graphologie News, März 2010

FAULMANN, Carl, Das Buch der Schrift, Verlag der kaiserlich-königlichen Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1880

GRUN, Paul Arnold, Leseschlüssel zu unserer alten Schrift, Band 5 der Reihe „Grundriß der Genealogie“, C.A. Starke Verlag, Limburg, 2002

HAARMANN, Harald, Geschichte der Schrift, Verlag C.H.Beck, München, 3. Auflage, 2007

KASTNER, Hugo, Das Alphabet, Die Geschichte der Schrift, marixverlag, Wiesbaden, 2012

REHSE, E.-G., Ergänzungsheft zu Gebrochene Schriften, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe, 2000

REHSE, E.-G., Gebrochene Schriften, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe, 1998

REINHARDT, Cornelia, Die Entstehung des Buchdrucks Schrift und Layout, GRIN Verlag,Norderstedt, 2008

RIEGELMANN, Hans, Von deutscher Sprache und Schrift, Hanseatische Verlagsanstalt, 1993

ROBINSON, Andrew, Bilder Zeichen Alphabete, Die Geschichte der Schrift, Lambert Schneider Verlag, Darmstadt, 2013

SCHÖNESEIFEN, Laura, Typographie – Inwieweit beeinflusst und verändert eine Schriftart die Wahrnehmung eines Textes? GRIN Verlag,Norderstedt, 2010

SEIDL, Johannes, Schriftbeispiele des 17. Bis 20. Jahrhunderts zur Erlernung der Kurrentschrift, Schriften des Archivs der Marktgemeinde Perchtoldsdorf, Perchtoldsdorf, 2. Auflage, 1996

STURM, Heribert, Eine Einführung in die Schriftkunde, Verlag Degener, Neustadt an der Aisch, 2005

VERDENHALVEN, Fritz, Die Deutsche Schrift (Grundwissen Genealogie 5), Verlag Degener, Insingen, 2011

Wir lesen deutsche Schrift, Orion-Heimreiter-Verlag, Kiel, 2010

 

Zeitschriften:

 

EICHLER W. Richard, Glanz und Elend der deutschen Sprache; Bund für deutsche Schrift und Sprache, Schriftenreihe Heft 2, 1994

HERMERSDORF Martin, Die Entwicklung der deutschen Schrift, in Die Deutsche Schrift, Zeitschrift des Bundes für Deutsche Schrift Nr. 19 von Oktober 1960, S. 1-17

KOLK, Dieter Dr., Ist die „Tannenberg“ eine Nazi-Schrift?, in Die deutsche Schrift, 152 Folge, 71. Jahrgang, 4/2004, S. 4 – 13

PLATA, Walter, Deutsche Typographie verarmt in einem freien Europa? Krank in das 21. Jahrhundert?, Beilage zu Heft 3/1991 der Zeitschrift „Die deutsche Schrift“

ROEMHELD, Friedrich, Warum unsere Kinder die deutsche Schrift lernen sollen, Sonderdruck aus Folge 26/27 der Zeitschrift „Die deutsche Schrift“, 1997

 

 

 

Elektronische Quellen:

 

http://www.suetterlinschrift.de/Lese/Schriftgeschichte/Schriftentwicklung.htm

http://agiw.fak1.tu-berlin.de/Auditorium/HiHwAltG/SO5/Hunger.htm

http://www.phil-gesch.uni-hamburg.de/edition/Palaeographie/38diegotischeminuskel.html

http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/wirtschaft/

http://geschichte-info.beepworld.de/derersteweltkrieg.htm

http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/inhalt/newsletter/newsletter/NL%202007/NL%2002%202007/html022007/pfister.html

http://www.suetterlinstube.de/erlass.php

[1]Völkischer Beobachter Nr. 250 vom 7. September 1934

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Auszeichnung von den Österreichischen Peacekeepern

Das Konsulat Vorarlberg der Vereinigung „Flamme des Friedens“ (FdF) in Mäder war Ort der Verleihung der „Bronzenen Medaille“ für Verdienste um die Vereinigung Österreichischer Peacekeeper (VÖP) an VÖP-Mitglied,

VÖP-Auszeichnung

VÖP-Auszeichnung

 Kdt 1.Division des Husarenregiments Nr.15 „Erzherzog Franz Salvator“ und FdF Konsulent Helmuth August Küng.

Die Auszeichnung wurde in feierlichem Rahmen in Anwesenheit von Konsulent FdF und VÖP-Mitglied Robert Jordan und weiterer interessierter Peacekeeper und deren Gattinnen überreicht.

VÖP-Landesleiter a.D. Hans-Peter Nigmann würdigte in seiner Laudatio den Geehrten und die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen der „Flamme des Friedens“ und der VÖP, was auch durch zahlreichen Doppelmitgliedschaften zum Ausdruck gebracht wird.

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Gefechtskalender HR15

Spanischer Erbfolgekrieg

  • 1702 Teilnahme an der Belagerung von Landau und Gefecht bei Friedlingen
  • 1703 Gefecht bei Munderkingen, später Verlegung nach Nordtirol und nach Trient. Danach wieder zurück in Tirol bei der Belagerung von Kufstein eingesetzt

Antihabsburgischen Aufstände im Königreich Ungarn von 1671–1711

  • 1704 Kämpfe in Ungarn mit Gefechten bei Stuhlweißenburg, Léva, Koronczó. Seitdem hatte das Regiment die Erlaubnis, erbeutete Pauken zu führen
  • 1705 Gefechte bei Sárvár, Bibersburg und bei Sibò. Verlegung nach Siebenbürgen
  • 1706 Gefecht bei Alsó-Szilvás, anschließend Abmarsch nach Oberungarn
  • 1707 Abgestellt zum Korps Pálffy an der niederösterreichischen Grenze
  • 1708 Kämpfe in der Schlacht bei Trentschin gegen die Kuruzen
  • 1709 Drei Kompanien im Gefecht bei Mindszent und der Blockade von Simontornya. Belagerung und Einnahme von Veszprim
  • 1710 Kämpfe vor Neuhäusel, am rechten Donauufer Gefechte gegen die Rebellen bei Nagy-Vásony, Weppendorf, Karakó, Redics und Marczal
  • 1711 Vier Kompanien bei der Belagerung von Kaschau

Venezianisch-Österreichischer Türkenkrieg

  • 1716 Gefechte bei Carlowitz, Teilnahme an der Schlacht von Peterwardein und der Belagerung von Temesvár
  • 1717 Teilnahme an der Belagerung und der Schlacht von Belgrad

Polnischer Erbfolgekrieg

  • 1734 Kämpfe mit der Armee von Prinz Eugen am Rhein, und im Schwarzwald
  • 1735 Abgestellt zum Mosel-Korps, eine Abteilung führt ein Scharmützel bei Schmidtberg (Clausen)

Russisch-Österreichischer Türkenkrieg

  • 1737 Patrouillen- und Sicherungsdienste bei der Armee in Serbien
  • 1738 Gefechte bei Kornia und Mehadia
  • 1739 Schwere Verluste bei Kämpfen bei Grocka und Pancsova

Österreichischer Erbfolgekrieg

  • 1744 Verlegung von Siebenbürgen nach Bayern, weitertransport nach Böhmen. Gefecht bei Beraun
  • 1745 Kämpfe in der Oberpfalz, zwei Eskadronen waren in Gefechte bei Amberg und Pfaffenhofen verwickelt
  • 1746 Abmarsch nach Italien, mit Kämpfen bei Piacenzza und Rottofreno
  • 1747 Patrouillen- und Sicherungsdienst bei Buffalora
  • 1756 Verlegung nach Böhmen

Siebenjähriger Krieg

  • 1757 Gefechte bei Reichenberg und Jungbunzlau, Teilnahme an der Schlacht bei Prag, Kolin, Breslau und der Leuthen
  • 1758 Abgeordnet zum Korps Loudon, kämpft das Regiment mit Auszeichnung bei Domstadtl, Holitz und der Schlacht bei Hochkirch
  • 1759 Patrouillen- und Sicherungsdienste bei der Reichsarmee
  • 1760 Hohe Verluste im Gefecht bei Strehla
  • 1761 Patrouillen- und Sicherungsdienste in Sachsen
  • 1762 Gefechte bei Döbeln, Wilsdruff und Dippoldiswalde
  • 1778-79 Patrouillen- und Sicherungsdienste in Böhmen

Russisch-Österreichischer Türkenkrieg

  • 1788 Einsätze in Kroatien bei Belagerung von Dubica und Neusatz
  • 1789 Belagerung von Belgrad

Koalitionskriege

  • 1793 Kämpfe am Oberrhein. Einzelne Abteilungen stehen in Gefechten bei Rheinzabern, Landau, Killstett, Hördt, Bettenhofen und sind an der Einnahme der Weissenburger Linien beteiligt
  • 1794 Gefechte in der Westpfalz bei Schifferstadt, Schwengenheim, Kaiserslautern und Frankenthal. Eine nach Mainz abgeordnet gewesene Eskadron kämpft mit Auszeichnung bei der Wiedereroberung der Zahlbacher Schanzen
  • 1795 Zwei Divisionen des Regiments kämpfen im Gefecht bei Bacharach
  • 1796 Gefechte bei Malsch und Cannstatt, danach mit dem Korps Latour Kämpfe bei Friedberg, an der Isar und bei Schliengen
  • 1797 Patrouillen- und Sicherungsdienste am Rhein
  • 1799 Kämpfe mit der Hauptarmee bei Neuhaus, später abgestellt zum Korps Hotze und bei der Einnahme des Luciensteiges beteiligt. Kämpfe bei Winterthur und Zürich. Anschließend Patrouillen- und Sicherungsdienste in der Schweiz. Beim Rückzug nach Österreich ein Gefecht bei Lichtensteg
  • 1800 einzelne Abteilungen stehen an der Grenze in Vorarlberg und Tirol in Gefechten bei Nesselwang, Reutte und Schongau. Später stieß das Regiment zur Hauptarmee, führte ein Gefecht bei Nieder-Heidenstein und kämpfte beim Rückzug nach der Schlacht bei Hohenlinden bei Salzburg und Schwanenstadt
  • 1805 Kämpfe in der Schlacht bei Ulm, danach schlugen sich Teile zum Korps Erzherzog Ferdinand durch und fochten bei Eschenau und Stecken. Zwei Divisionen gerieten bei Ulm bzw. Bopfingen in Gefangenschaft
  • 1809 abgestellt nach Italien zur Armee von Erzherzog Johann, kämpfte das Regiment bei Sacil. Noch im gleich Jahr erfolgte die Verlegung nach Ungarn mit einem Gefecht bei Raab
  • 1813 Patrouillen- und Sicherungsdienste in Innerösterreich
  • 1814 Teilnahme an der Schlacht am Mincio

Herrschaft der Hundert Tage

  • 1815 Zunächst als Besatzungstruppe in Südfrankreich, dann im Elsass

Risorgimento

  • 1821 Als Streifkorps am Feldzug nach Neapel beteiligt

Revolution von 1848/1849 im Kaisertum Österreich

  • 1848 In der Lombardei bei Unterdrückung von Aufständen eingesetzt. Eine Division war später an der Schlacht von Santa Lucia beteiligt, eine Division stand in Mantua bei der Festungsbesatzung. Nach der Schlacht bei Custozza Verfolgungskämpfe
  • 1849 Dem Reservekorps zugeteilt hatte das Regiment keine Kampfhandlungen

Sardinischer Krieg

  • 1859 Das Regiment war nicht eingesetzt

Deutscher Krieg

  • 1866 Vier Eskadronen kämpften mit der Nordarmee in der Schlacht bei Königgrätz

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg sahen sich die Husaren den unterschiedlichsten Verwendungen ausgesetzt. Sie kämpften zunächst im Regimentsverband kavalleristisch, wurden aber auch auf allen Kriegsschauplätzen infanteristisch verwendet.

Nach der Proklamation Ungarns als eigenständiger Staat im Oktober 1918 wurden die ungarischstämmigen Soldaten von der Interimsregierung aufgerufen, die Kampfhandlungen einzustellen und nach Hause zurückzukehren. In der Regel wurde dieser Aufforderung Folge geleistet. Somit war der Verband seinem bisherigen Oberkommando, dem k.u.k. Kriegsministerium entzogen und konnte von diesem nicht demobilisiert und allenfalls theoretisch aufgelöst werden. Ob, wann und wo eine solche Auflösung stattgefunden hat ist gegenwärtig nicht bekannt.

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Franz Salvator von Österreich-Toskana

Erzherzog Franz Salvator von Österreich-Toskana aus dem Hause Habsburg-Lothringen war Erzherzog von Österreich und Offizier.
Geboren: 21. August 1866, Altmünster
Gestorben: 20. April 1939, Wien
Ehepartnerinnen: Melanie Freiin (verh. 1934), Marie Valerie von Österreich (verh. 1890)
Kinder: Hubert Salvator Habsburg-Lothringen
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Husaren

Unter dem Sattel ein feuriges Pferd,
Hoch in der Faust ein wuchtiges Schwert,
Seitlich die Brüder mit blitzender Wehr,
Hinten die Schand‘ und verlorene Ehr‘,
Vornen ein trockenes, ebenes Feld,
Fest das Vertrauen auf Gott gestellt:
Tapfere Reiter brauchen nicht mehr,
Kühn zu stürmen ins feindliche Heer.

v. Reder

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